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Die Entwicklung der US-Army Feldanzug (BDU) Tarnmuster

Aktualisiert: März 8

Im Folgenden geben wir einen Einblick in die Entwicklung und Evolution der militärischen Tarnmuster der USA und ihrer Relevanz in den Konflikten des 20. und 21. Jahrhunderts. Beginnend im WWI, über den WWII, dem Kalten Krieg, dem Golfkrieg und den aktuellen Konflikten im 21. Jahrhundert. Tarnung beinhaltet die Verwendung von Farben welche die Umgebung oder Infrastruktur nachahmen. Ziel ist es während des Kampfes vom Feind nicht oder nur schlecht gesehen zu werden. Verschiedene Streitkräfte auf der ganzen Welt entwerfen ihre Armeeuniformen basierend auf ihrem eigenem Gelände, um einen Vorteil gegenüber dem Feind zu erzielen. Selbstverständlich so auch die US-Army. Angesichts der Beteiligung an zahlreichen Konflikten seit dem Ersten Weltkrieg, hat sich ihre Militäruniform stark verändert und weiterentwickelt. #usarmy #tarnmuster #feldanzug

Die historische Entwicklung des US-Army-Standard-Tarnmusters

Die Reise zu einer optimalen militärischen Einsatzbekleidung und taktischer Ausrüstung im US-Militär beginnt mit dem Ersten Weltkrieg. Bis heute wird die Einsatzbekleidung kontinuierlich weiterentwickelt, um es an unterschiedliche Terrains und Einsatzräume anzupassen.

Erster Weltkrieg (1914 – 1918)

Vor dem Ersten Weltkrieg hatten die amerikanischen Truppen keine anderen Tarnanzüge für den Kampfeinsatz als Bekleidung aus traditionelle olivgrüner Wolle und khakifarbener Baumwolle. Die Militäruniformen waren damals eher für Paraden geeignet als für das Schlachtfeld. Die moderner ausgerüsteten deutschen Truppen und wie der Steingraue & olive Feldanzug während des Krieges der kaiserlichen Armee einen Vorteil verlieh, wurde von den amerikanischen Streitkräften selbstverständlich nachgeahmt und leitet damit auch die wissenschaftlich fundierte Entwicklung in der US-Army ein.

Im Verlauf des Krieges veränderte sich die Kriegsführung stark zum Grabenkrieg und der Helm bildete das primäre Mittel den exponierten Kopf zu tarnen. Gegen Kriegsende übernahmen die Amerikaner Tarnmuster für die Helme, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. Für die Gestaltung der Helmmuster waren meistens jedoch die Zugführer verantwortlich, was zu keinem einheitlichen Mustern führte.

Doughboy Helm mit Tarnfarbe, Khaki, dunkles Khaki, Oliv

Zweiter Weltkrieg (1939 – 1945)

Zu dem Zeitpunkt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, hatte die US-Armee noch kein spezifisches Tarnmuster für seinen Feldanzug (BDU) entwickelt. Sie hatten immer noch Khaki als bevorzugte Uniformfarbe. Der erste Versuch, die Uniformen zu standardisieren, wurde 1940 unternommen und die ersten getarnten Feldanzüge wurden 1942 auf Befehl von General Douglas MacArthur eingeführt. Der neue BDU wurde für den Einsatz im Dschungel entwickelt, mit grünen und braunen Flecken und einer Variation von Braun. Insgesamt hatte die Uniform fünf Farben und wurde dank ihres Musters „Frog Skin“ getauft, da manche Flecken wie Frösche geformt sind. (Wie die berühmte Paprika beim Bundeswehr Flecktarn-Muster).

Frog Skin Tarnmuster

Im Jahr 1943 wurde bei der Schlacht auf den Solomon Islands der erste großflächige Einsatz von Tarnkleidung durch die Amerikaner durchgeführt. Das „Frog Skin“-Muster erwies sich bei dieser Operation als nützlich, da sich die Farben im Dschungelgelände perfekt in die Umgebung der Insel einfügte. Im Verlauf des Krieges bot die Schlacht auf den sandigen Tawara-Insels jedoch nicht den dringend benötigten Bewuchs. Das zwang die Pioniere alternative Ideen zu entwickeln, um Deckung bereitzustellen.


Der Kalte Krieg, Korea und Vietnam

Die Deutschen hatten die Oberhand bei der Verwendung spezieller Tarnkleidung bei Feldanzügen während des Zweiten Weltkriegs, wie dem bekannten "Splittertarn" und dem "Eichenlaubmuster".

Eichenlaubmuster, Erbensmuster, Plantanenmuster-Sommer, Splittertarn

Die Amerikaner mussten auf dem europäischen Schaufeld jedoch schnell den Einsatz von Tarnmuster wieder zurücknehmen, um "Friendly Fire" zu vermeiden. Der hohe Kontrast des Bewuchses und Klimazonen zwischen den Schlachten von Solomon und Tawara Island einerseits und Europa andererseits machte Militäruniformen für alle Szenarien fast unmöglich, insbesondere wenn die US-Army auf verschiedene Kontinenten kämpfte. Das einzige Standard-Militär-Tarn-Bekleidungsstück in der gesamten US-Army Armee war daher der Helmbezug.

Die USA versuchten zu Beginn des Vietnamkrieges, eine dunkelbraune Uniform mit hellbraunen, beigen und rostroten Tönen auf hellbraunem Hintergrund zu verwenden, aber auch das konnte sich nicht durchsetzen.

Blatttarnmuster

Es wurde jedoch für den Helmbezug übernommen. Nach dem Krieg kreierten die Designer der Streitkräfte ein universelleres Dschungeltarnmuster für alle Jahreszeiten und jedes Gelände. Es behielt die mittelbraunen Farben mit einem Hauch von grünem Gras, Limonengrün und Schwarz. Es wurde von vielen Armeen auf der ganzen Welt weitgehend übernommen und ist bis heute im Einsatz.

Dieses Muster wurde während des Kalten Krieges verwendet, aber es war der Koreakrieg (1950-1953), der das prägte, was für den Rest der Ära eingeführt werden sollte (Woodland). Es gab jedoch auch andere Muster, die während des Krieges je nach Gelände verwendet wurden. Auf dem dicht bewachsenem Südostasien waren neben dem Tigerstreifen-Tarnmuster (ehemals von Frankreich eingesetzt) auch verschiedene Varianten blattförmiger Tarnmuster verwendet. Die Tigerstreifen-Feldanzüge wurden nur für spezielle Einheiten verwendet und nicht wirklich als US-Army Standard anerkannt, z.B. bei A-Teams.

Tiger-Streifen, Woodland

Golf-Krieg

Die DBDU (Desert Battle Dress Uniform) wurde speziell für den Kampf in ariden (trockenem) Klima entwickelt. Sie wurde vorrangig während des Golfkrieges eingesetzt. Die 1976 entworfene Uniform wurde von Keksteig und Schokoladenstückchen inspiriert. Eine helle Überlagerung mit hellgrünen und braunen Bändern übernahm den größten Teil des Musters. In dem steinigen Gelände der Wüsten mischten sich schwarze und weiße Flecken.

DCU, DBDU

Amerika war nicht wirklich berühmt für Wüstenkriege (zumindest bis in die 90er Jahre), aber sein weltweites militärisches Engagement macht es notwendig, universelle Tarnmuster einzuführen. Angesichts der schwindenden Sicherheit im Nahen Osten und am Horn von Afrika war es ratsam, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Der erste Schritt bestand darin, Mischuniformen und Anstriche für taktische Ausrüstung herzustellen. Verschiedene Teile der Armee nutzten die DBDU mit Ausnahme des Marine-Corps und der Küstenwache. Das Design wurde vom Militär im Irak, in Südkorea, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Oman, in Kuwait und in Saudi-Arabien eingeführt. Südafrika, Kasachstan und Palästina übernahmen das sechsfarbige Wüstenmuster und führten es in die Bestände ihrer verschiedenen Teilstreitkräfte ein.

Krieg gegen den Terror

Die DBDU wurde nach dem 1. Golfkrieg durch das DCU (Desert Camouflaged Uniform) und später durch das ACU ersetzt. Die Einführung des ACU wurde groß gefeiert, jedoch zeigte sich schnell, dass er nicht global bestehen konnte. Seinen Testlauf in der kalifornischen Wüste war nicht wirklich repräsentativ zu den tatsächlichen Schlachtfeldern (Naher Osten und Ostafrika). Das ACU wurde im "War on Terror" eingesetzt, der sich ab den frühen 2000er Jahren abspielte (Afghanistan, Irak).

Die meisten Operationen fanden im selben Gelände statt, was die Einführung beschleunigte. Die USA ziehen sich nun mehr Schritt für Schritt wieder aus dem nahem Osten und dem Irak zurück, so das wieder modernere und mehr universelle Tarnmuster für die verschiedenen zukünftigen Szenarien in den Fokus rücken.

ACU, OCP

Heute

Mit zunehmender Vielfalt moderner Tarnmuster für die verschiedenen Einsatzgebiete musste die Militärkleidung wieder standardisiert werden. Die Farbschemata mussten konsolidiert werden, um eine universelle Tarnuniform hervorzubringen. So entstand das Universal Camouflaged Pattern. Es brachte Braun, Grün und Grau zusammen, um die Wüsten-, Stadt- und Waldszenarien abzubilden. Schwarz wurde aufgrund seines Kontrastes entfernt, da es von weitem zu gut sichtbar ist. Es wird als Digital-Tarnmuster bezeichnet, da die Farbmischung mit digitalen Pixeln übereinstimmt. Die derzeitige US-Militärkleidung, die eingeführt wird, ist das OCP (Operational Camouflaged Pattern), das im Sommer 2014 entworfen wurde. Es wird auch Skorpion W2 genannt und ist dem Multicam sehr ähnlich. Die Entwicklung wurde durch die Notwendigkeit hervorgerufen, eine angemessene Tarnung für US-Soldaten in Afghanistan zu entwickeln. Im Laufe der Jahre hat jede Teilstreitkraft OCP-Varianten eingeführt, um sein eigenes Einsatzszenario abzubilden (auch die Space Force USSF). Dazu gehören dunklere Varianten für Wald und hellere Version für die eher trockeneren Umgebungen. Das US Marine Corps hat für seine Zwecke, dass Marine Corp US4CES Tarnmuster eingeführt.

US4CES, Multicam

Andere US-Army-Uniformen

Neben dem Feldanzug hat die US-Army eine spezielle Uniform für andere mehr offizielle Aufgaben. Obwohl z.B. die Grüne Uniform während des Zweiten Weltkriegs im Einsatz war, wird sie bis heute verwendet. Sie wird von Veteranen getragen und zum Gedenken der Aufopferung im Zweiten Weltkrieg.

Warum die verschiedenen Tarnmuster überhaupt entwickelt wurden

Militärischer Vorteile:

  • Der Stolz eines jeden Militärs ist seine Identität, und die Uniform bildet die Basis der Ausrüstung eines jeden Soldaten und auch eines einheitlichen Corps Geistes.

  • Durch ein einheitliches Tarnmuster ist es auch einfacher, einen Kameraden von einem Feind ohne aufwendigere Identifizierung zu erkennen.

  • Verschmelzen mit der Umgebung, der Überraschungsmoment ist ein wichtiger Bestandteil der Kriegsführung.


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